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In den folgenden Jahren erforschte und dokumentierte Hahnemann akribisch die Wirkungen von Arzneimitteln. Bei diesen sog. Arzneimittelprüfungen wurde er von seiner Familie und seinen Schülern tatkräftig unterstützt. Später entwickelte er durch stufenweises Verdünnen und Verschütteln das Prinzip der potenzierten Arzneimittel, der sog. Potenzen. All diese Erkenntnisse gab er seinen Medizinkollegen und Schülern durch seine Werke „Reine Arzneimittellehre“ in 6 Bänden und „Die Chronischen Krankheiten“ (5 Bände) weiter. In letzteren stellte er auch die sogenannte Miasmenlehre für die chronische Behandlung vor.
Mit 66 Jahren wurde Hahnemann Leibarzt am fürstlichen Hof in der Residenzstadt Köthen. Zu dieser Zeit war er schon eine Berühmtheit mit einer stattlichen Zahl von Anhängern. 1835 heiratete der inzwischen verwitwete 80jährige Begründer der Homöopathie die aus Paris stammende, um 45 Jahre jüngere Französin Melanie d'Hervilly und verließ Deutschland in Richtung Frankreich. Dort verbrachte er die letzten acht Jahre seines Lebens. Zusammen mit seiner jungen Frau gründete er in Paris eine international bekannte, sehr erfolgreiche homöopathische Praxis, die viele berühmte Künstler und Mitglieder europäischer Adelshäuser aufsuchten. Dort entwickelte er auch die sogenannten LM-Potenzen (auch Q-Potenzen genannt), die allerdings erst im zwanzigsten Jahrhundert (1921) durch Dr. med. homoeop. Richard Haehl veröffentlicht werden konnten. Am 2. Juli 1843 verstarb der Begründer der Homöopthie in Paris.
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* Näheres zur sog. Geburststunde der Homöopathie: Gemäß den neueren Forschungsergebnissen von Gerhard Risch (Hamburg) gehen die wahren Anfänge der Miasmenlehre – und damit der Homöopathie – mit Sicherheit viel weiter zurück als bislang angenommen: Schon um 1785 beschäftigte sich Hahnemann mit den beiden venerischen Krankheiten Syphilis und Gonorrhoe und erkannte sie als chronische Krankheiten. Erst ca. 40 Jahre später reiht er diesen beiden Krankheiten noch die Psora hinzu, die er auch als chronische nicht-venerische Krankheit beschreibt. – Hahnemann war damals noch nicht einmal 34 Jahre alt und stand noch vor seinem berühmten Selbstversuch mit der Chinarinde. Die Behauptung, seine Lehre von den chronischen Krankheiten sei die Ausgeburt eines senilen Greisenhirns, wie es von den Gegnern der Miasmenlehre immer wieder hingestellt wird, hat sich somit als historische Unwahrheit entpuppt. Die Grundzüge dieser chronischen Krankheitslehre standen schon eher fest als die Wiederentdeckung des Ähnlichkeitsgesetzes durch ihn sowie die daraus abgeleiteten Arzneimittelprüfungen am Gesunden und die gesamte Akuthomöopathie! Darüber hinaus ist ersichtlich, daß Hahnemann von Anfang an energetisch dachte, denn er erkannte schon 1789 – was er im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten“ veröffentlicht hat – Mercurius solubilis als Antisyphilitikum aufgrund seiner physikalischen Wirkung, ein sogenanntes Mercurialfieber zu erzeugen, welches die Syphilis heilt, also eine Art Kunstkrankheit, welche die eigentliche Krankheit hinwegnimmt. Rischs logische Schlußfolgerung rückt die Miasmenlehre somit an den Platz, der ihr gebührt: „Die Homöopathie hat also schon lange vor 1790 begonnen … und ist viel mehr als nur das Ähnlichkeitsgesetz!“ [zurück]
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